Reisebericht: Kunterbuntes Hoi An

Nach drei Tagen in der Ninh Binh-Provinz mit schweißtreibenden off-road Fahrradtouren und erklommenen Bergen freuen wir uns jetzt auf etwas Enstpannung in dem als malerisch deklarierten Städtchen Hoi An in Zentralvietnam.

Nach einer wenig erholsamen Nachtzugfahrt (Schnarcher, verstopfte Toilette plus vietnamesische Dauerwerbesendung in voller Lautstärke ab 6 Uhr morgens) von Ninh Binh nach Hoi an, kommen wir ziemlich gerädert in unserem Hostel, dem Tipi Hostel an. Wir haben eines der Privatzimmer mit eigenem Bad und zahlen dafür knapp 6€ pro Person pro Nacht. Sauberes Zimmer und renoviertes Bad, kleines Café an der Rezeption plus Dachterrasse – Wir können das Tipi sehr empfehlen.

Blick von der Dachterrasse des Hostels

Wir starten mit einem Erkundungsspaziergang in die berühmte Altstadt, die nur fünf Minuten vom Hostel entfernt liegt. Schnell wird uns klar, dass diese Stadt vieeel zu klein ist für die Menge Touristen, die sich in ihr tummeln. Während die Hauptstraßen ähnlich wie in Hanoi voll von hupenden Mopeds sind, werden die Seitengässchen von flanierenden Touristen verstopft. Von den wundervoll bunten Hausfassaden ist fast nichts zu sehen. Auf einem Reiseblog lesen wir, dass man sich die Altstadt am besten morgens anschauen sollte, bevor die Touristen busweise angekarrt werden. Wir setzen das auf die To Do-List und kümmern uns erst einmal um einen Anzug für Timo.

Schneidereien

Hoi An ist die Stadt der Schneidereien. Wir hatten keine Ahnung, was das bedeutet aber jetzt wissen wir es. Jede, wirklich jede Straße innerhalb und rund um die Altstadt beherbergt Tailor Shops. Nicht einen, nicht zwei – nein, meistens reihen sich die Läden mit den Schaufensterpuppen vor den Türen schier endlos aneinander. Hier ist alles möglich. Stoff, Farbe, Schnitt – was immer das Herz begehrt. Und die Preise liegen natürlich deutlich unter dem, was man in Europa für maßgeschneiderte Kleidung bezahlt. Der Qualität stehe ich anfangs noch skeptisch gegenüber. Timo hingegen will sich einen Anzug schneidern lassen. Gesagt, getan. Drei Fittings braucht es, man sollte also einige Tage vor Ort sein. Bei Tuong Tailor bezahlt er circa 200€ für einen tollen maßgeschneiderten Anzug aus italienischem Kaschmirgemisch inklusive Hemd. Ich backe etwas kleinere Brötchen und lasse mir eine kurze Hose aus Leinen für gerade einmal 12€ schneidern. Ich liebe diese Hose sehr! Der Laden heißt Linen&More – oder so ähnlich. Man findet ihn in der gleichen Straße wie das Tipi, der Tran Cao Van gegenüber des Vietnamese Chopsticks restaurant, das wir ebenfalls sehr empfehlen können.

 Flanieren

Wir haben gelesen, dass man sich für umgerechnet ca. 4,50€ ein Touristenticket kaufen kann, mit dem man in 5 der 22 als Sehenswürdigkeiten ausgeschilderten Orte in der Altstadt besichtigen kann. Ich bin ehrlich – Wir haben keine Lust. Die Altstadt ist ab 9 Uhr morgens bereits so überfüllt, dass wir überhaupt nicht wissen wollen, wie es in den Museen, Tempeln und historischen Häuschen aussieht. Das wäre vielleicht mehr etwas für die Nebensaison. Wir begnügen uns mit den Außenansichten und starten einen Morgen bereits um 7 Uhr in die Altstadt. Da sieht es dann so aus:

Morgens, wenn die Straßen noch touristenfrei sind, ist das Städtchen traumhaft. Der Mix aus vietnamesischem, japanischem, chinesischem und französischem Baustil ist so wunderbar exotisch, dass man sich gar nicht satt sehen mag an den geschmückten Fassaden. Die schmalen Gassen, die mehr Pflanzen und Blumenkübel als Motorräder beherbergen, sind mit bunten Lampions dekoriert. Die farbenfrohen Fassaden reflektieren das warme Licht der Sonne und im Son Tu Bon-Fluss spiegeln sich die kleinen Boote, die ebenfalls bunt bemalt und mit Lampions behangen sind.

Die chinesische Brücke, deren Überquerung eigentlich zu den bezahlten Attraktionen gehört, ist noch unbesetzt, sodass wir heimlich hindurch spazieren können.

Später am Tag sieht es in der Altstadt Hoi Ans dann leider so aus:

An Bang Beach

Auf der Suche nach etwas Ruhe mieten wir uns im Hostel ein Motorbike und fahren an den 15 Minuten entfernten An Bang Beach. Nun ja. Vielleicht sind wir schon etwas verwöhnt von Koh Tao (Den Reisebericht gibt es hier) und Koh Phayam (Und hier) aber uns haut der Strand leider überhaupt nicht um. Der Sand ist voller Plastikmüll, die Liegen stehen kreuz und quer und niemand scheint sich so richtig um den Wohlfühlfaktor hier kümmern zu wollen. Für ein paar entspannte Stunden mit einem guten Buch und Meeresrauschen statt Mopedhupen reicht es aber allemal. Und ein paar hübsche Fotos sind natürlich auch drin.

Ba Dam Vegetarien Restaurant

Die klassische vietnamesische Küche ist für Vegetarier leider nicht sooo abwechslungsreich, deshalb freuen wir uns sehr, als wir dieses Restaurant entdecken. Unscheinbar am Ende einer ruhigen Seitengasse gelegen sieht es aus wie ein typisches Local-Restaurant ohne ChiChi aber mit laufendem Fernseher. Was an Gemütlichkeit fehlt, macht die Karte wieder gut: Es gibt alle traditionellen vietnamesischen Gerichte in einer vegetarischen Version und zusätzlich so viele unterschiedliche Fleischersatzvarianten, wie ich sie noch nie gesehen habe. Und alles (wir haben fast alles probiert) ist unwahrscheinlich lecker. Und das Beste an alldem ist, dass man hier keine Touristenpreise zahlt. Ein Hauptgericht liegt bei unter 2€. Auch Timo als nicht- Vegetarier ist begeistert!

Zum Abschluss unserer Zeit in Hoi An – und damit gleichzeitig unserer Zeit in Vietnam – spazieren wir noch etwas durch die bunt beleuchteten Gassen der Altstadt, bevor es am nächsten Tag weiter nach Kambodscha geht.

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