Reisebericht: Traumhafte Aussichten in Tam Coc

Die Region um Tam Coc wird auch „trockene Halong Bucht“ genannt und gehört definitiv zu den Highlights auf unserer Reise. Wir hatten das kleine Örtchen im Norden Vietnams überhaupt nicht auf dem Schirm, bis uns ein Pärchen aus Lyon, mit dem wir uns in der Halong Bucht angefreundet haben, davon erzählen. Tam Coc sei wesentlich schöner als das angrenzende Ninh Binh, welches als Ausgangspunkt für die Entdeckung der nordvietnamesichen Natur gilt. In aller Unkreativität buchen wir kurzerhand den gleichen Bus im Anschluss an die Bootstour und sogar das gleiche Bungalow Resort. Das Tam Coc Valley Bungalow Resort ist eines von nur einer Handvoll Unterkünten im Ort und lässt sich über booking.com buchen. Es bietet günstige aber große, blitzsaubere und super bequeme Bungalows und liegt am Fuße riesiger Berge, die es umgeben. Allein dieser Ausblick macht es zu unserer bisherigen Lieblingsunterkunft. Das kleine Restaurant ist super und die Familie, die das Resort leitet wahnsinnig herzlich – vor allem die Zweijährige, von der wir mit einer dicken Umarmung begrüßt werden. Wer sich die Gegend um Ninh Binh anschauen möchte, ist hier sehr gut aufgehoben.

Die Ninh-Binh-Provinz bietet alles, was man sich unter der Schönheit Nordvietnams vorstellt: riesenhafte, dicht bewachsene Kalksteinfelsen, endlose, tiefgrüne Reisfelder, Ziegen auf den Spitzen der Berge. Die ganze Atmosphäre wirkt beinahe surreal, so ganz anders als alles zuvor gesehene.

Hang Mua Aussichtspunkt

Wir leihen uns im Resort ein kostenloses Fahrrad und erkunden die Umgebung. Vorbei an Frauen, die mit dem vietnamesischen Kugelhüten in der brütenden Hitze Reis ernten und vorbei an Kühen, die uns den Weg versperren. Schließlich kommen wir am Fuße des Hang Mua an, einem sehr, sehr hohen Berg, den man für umgerechnet 4€ Eintritt erklimmen kann.

Hinweis: Lasst euch nicht verunsichern, wenn ihr gleich am Anfang des Pfades zum Bezahlhäuschen schroff angewiesen werdet, eure Fahrräder oder Motorbikes genau hier zu parken. „No thank you“ und weiter geht’s. Die Leute versuchen Parkplätze gegen Geld zu vermieten, die aber super weit vom Aufstieg entfernt sind. Die gleiche Masche begegnet uns bei allen weiteren Touristenattraktionen in der Umgebung. Einfach weiterfahren bis ihr zum Bezahlhäuschen kommt und die Räder dort abstellen. Auch das ist nicht kostenlos aber günstiger und die Räder werden bewacht.

Der Aufstieg ist nicht ohne, deshalb ist die Mittagshitze nicht der beste Zeitpunkt für den Ausflug. Wir haben es dank unseres grandiosen Zeitmanagements natürlich wieder einmal geschafft, genau um 13 Uhr, der heißesten Zeit des Tages, die schrägen Steinstufen hinauf zu krakseln. But we made it! Nass geschwitzt bis auf die Unterwäsche aber glücklich sitzen wir nun auf der breiten Felsmauer an der Spitze des Berges und bestaunen den Ausblick. Unter uns schlängelt sich der Fluß entlang, um uns herum ragen die Felsen in allen möglichen Formationen in den Himmel. Allein ist man hier oben natürlich nicht aber das stört nicht weiter. Ganz mutige Kletterer wie Timo trauen sich bis an den obersten Fels, auf dessen Rücken die Vietnamesen eine Drachenskulptur gesetzt haben – wie auch immer sie das geschafft haben.

Hoa Lu Ancient Capital

Wir erholen uns am Abend in Gesellschaft unserer französischen Freunde bei vietnamesischen Essen und Wein und planen den nächsten Tag. Wir beschließen nach Hoa Lu zu fahren. Hoa Lu war im 10. Jahrhundert die Hauptstadt Vietnams. Mitten zwischen den Kalksteinfelsen gelegen wäre sie heute über 1.000 Jahre alt. Viel ist aber leider nicht mehr von ihr übrig. Lediglich zwei kleine Tempelanlagen zu Ehren der Kaiser Dinh Tien Hoang und Le Dai Hanh können noch besichtigt werden. Diese sind aber gut erhalten und repräsentieren mit ihren symmetrisch angelegten Goldfischteiche und den durch Tore verbundenen Ebenen den typisch vietnamesischen Tempelbaustil, den ich schon vom Literaturtempel in Hanoi kenne. Auch das Eingangstor zur Stadt wurde rekonstruiert und vermittelt so einen Eindruck davon, wie beeindruckend die Stadt einmal gewesen sein muss.

Bai Dinh Tempelanlage

Für den Ausflug zur größten Tempelanlage Vietnams haben wir uns entschieden, einen Roller zu mieten. Mit dem Fahrrad wäre der mehrstündige Weg bei über 35 Grad dann doch etwas zu heavy gewesen. Mit dem Roller sind wir von Tam Coc aus circa 45 Minuten unterwegs, stoppen aber auch immer mal wieder für tolle Aussichten.

Angekommen, ignorieren wir erneut die Park-Aufforderungen und fahren bis zum großen offiziellen Parkplatz kurz vor dem Eingang. Dem Strom folgend kaufen wir ungewollt Tickets für ein Electro Car, denn dass der Eintritt zu Fuß kostenlos ist, wissen wir noch nicht. Für umgerechnet einen Euro werden wir jetzt also in ein Golfcart-ähnliches Gefährt gesetzt und freuen uns schon wenige Minuten später, nicht zu Fuß gegangen zu sein. Das Gelände ist unglaublich weitläufig und so werden wir direkt vor dem großen Tor zur Hauptanlage abgesetzt.

In den folgenden drei Stunden sehen wir vier große Tempel, unzählige Buddha Statuen, eine riesige Pagode (die man gegen kleine Gebühr auch hochfahren kann), einen imposanten Glockenturm und außerdem jede Menge Chinesen. Aber an die haben wir uns sowieso schon (fast) gewöhnt. Die Anlage ist beeindruckend und auf jeden Fall einen Besuch wert. Im Haupttempel steht die größte goldene Buddha Statue, die wir je geschehen haben. Wir könnten nicht glücklicher mit der Entscheidung sein, einen Abstecher in das Ninh Binh-Provinz gemacht zu haben.

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