Reisebericht: Ein bisschen Frankreich in Luang Prabang

I) Die Stadt

Im Norden Laos‘ liegt die 1995 zum Weltkulturerbe ernannte Stadt Luang Prabang. Bis 1545 war sie die königliche Hauptstadt des Landes, bis sie von Vientiane abgelöst wurde. Was die Stadt besonders schön macht, sind die architektonischen Überbleibsel aus der französischen Kolonialzeit. In der berühmten Altstadt reihen sich kleine, hübsch dekorierte Häuschen französischer Bauweise mit bunten Türen aneinander. Außerhalb der Altstadt finden sich imposante Herrenhäuser mit stuckverzierten Balkonen, die von steinernen Säulen getragen werden.

Die einzigartige Mischung aus französischer und asiatischer Kultur sowie die Schönheit der Natur Laos‘, die die Stadt umgibt, macht Luang Prabang zu einem der beliebtesten Reiseziele in Laos. Die Stadt reagiert mit einer Vielzahl an Tourenangeboten und eine auf den westlichen Geschmack eingestellte Küche. Wenn man ein paar Tipps beherzigt, lernt man aber auch schnell das „echte“ Luang Prabang kennen.

II) Anfahrt

Wir sind in circa 5 Stunden von Vang Vieng aus mit dem Bus gekommen. Auch für diese Strecke gilt: Vergiss‘ alles, was du von deutschen Straßen gewohnt bist. Steile Kurven in schwindelerregender Höhe (ohne Leitplanke natürlich), holprige Schotterwege und Kuhherden auf der Straße – Das ist alles ganz normal und so fahren die Laoten auch.

III) Unser Luang Prabang

Um die Stadt kennenzulernen, verbringen wir die erste Nacht im Sunrise Riverside Pool Hostel mit perfekter Lage in der Altstadt. Hier wohnt übrigens auch der süßeste Welpe der Welt! Schnell lernen wir viele lustige Leute kennen, mit denen wir später am Abend in die berühmte Utopia Bar ziehen. Hier gibt es leckeres Essen, günstige Drinks und ausschließlich Touristen aus dem Westen. Aber für einen Abend ist das okay. Sogar so okay, dass wir mit der inzwischen stark gewachsenen Gruppe nach der Sperrstunde um 11 auf die berüchtigte Bowlingbahn umziehen. Berüchtigt deshalb, weil sie der einzige Ort ist, wo nach 11 noch Alkohol ausgeschenkt wird. Das Bowlen für ca. 2€ pro Person wird so schnell zur Nebensache. So ein Abend erfordert ein gewisses Maß an Trinkfestigkeit, ist aber ein sehr einfacher Weg um schnell viele nette Leute kennenzulernen.

Am nächsten Tag kämpfen wir uns zurück ins Leben und ziehen um zu Monica. Die ausgewanderte Österreicherin lebt in ihrem Traumhaus direkt am Mekong und vermietet drei Zimmer. Wen es in eine ländliche Umgebung mit viel Ruhe und traumhaften Sonnenuntergängen zieht, ist hier goldrichtig. In die Altstadt brauchen wir mit dem Motorroller 15 Minuten. Es ist schön, auch das authentische Luang Prabang kennenzulernen, in einer Nachbarschaft zu leben, die nicht vom Tourismus lebt. Und die Stille ist traumhaft – wären da nicht die überambitionierten Hähne, die ab 2 Uhr morgens regelmäßig einen Kräh-Wettbewerb anstimmen. 🙂

IV) Highlights

1. Kuang-Si-Wasserfall

Der Touren-Van braucht circa eine Stunde zum Wasserfall. Man kann auch den Roller nehmen, aber das würde aufgrund der steinigen Strecke wesentlich länger dauern. Da diese Tour seeeehr beliebt ist, sollte man die frühstmögliche buchen. Um 10 Uhr vormittags ist das Gelände rund um den (wirklich wunderschönen) Wasserfall schon voll von wuseligen Touristen. Man kann sich dem Selfiestick-Wahn aber entziehen, indem man den Weg rechts vorbei am Wasserfall nach oben durch den Dschungel antritt. Mit Flipflops kommt man hier nicht weit und nur ein Bruchteil der Besucher tun sich den schweißtreibenden Aufstieg an. Belohnt wird man oben mit einem tollen Ausblick.

2. Sunset Cruise

Wir entscheiden uns für SaSa Cruise und werden es nicht bereuen. Auf einem wirklich hübschen Boot mit Liegestühlen werden wir inklusive Welcome-Drink in den Sonnenuntergang geschippert. Das Boot ist weder überfüllt, noch stört nervige Musik. Der Sonnenuntergang mitten auf dem Mekong ist natürlich der Wahnsinn!

3. Wat Xieng Thong

Der Wat Xieng Thong ist der älteste Tempel der Stadt und einer der wichtigsten in der laotischen Geschichte. Er wurde als königlicher Tempel 1560 erbaut und repräsentiert die typisch laotische Architektur. Tausende Glasmosaiksteine zieren die Rückseite des Hauptgebäudes. Der Eintritt kostet 20.000 Kip pro Person. Achtung: Die Kleidung muss Schultern und Knie bedecken.

4. Mount Phou Si

Der Berg ist von fast überall in der Altstadt zu sehen und dient uns so oft zur Orientierung. Der Treppenaufstieg ist nicht ohne, daher ist früh morgens oder zum Sonnenuntergang wohl die beste Zeit für den Besuch. Auf seiner Spitze findet sich ein kleiner Tempel mit goldenem Chedi und ein 360 Grad Blick auf

die Stadt.

5. Traditional Storytelling

Jeden Abend um 18 Uhr halten zwei Laoten eine traditionelle Märchenstunde für Touristen ab. Gegen eine Eintrittsgebühr von umgerechnet 5€ erzählt uns ein junger Mann auf ausgesprochen charmante und unterhaltsame Weise laotische Mythen. Begleitet wird es von einem sehr alten aber nicht weniger charmanten Mann auf der Khaen, einer sogenannten asiatischen Mundorgel.

6. Vegetarisches All you can eat- Buffett auf dem Nachtmarkt

Täglich von 17 bis 22 Uhr kann man zwischen all den Innereien und Hühnerfüßen auch als Vegetarier so richtig zugreifen. Die kleine Essensgasse liegt am Anfang des Marktes und ist aufgrund der Menschenmassen, die sich durch sie hindurch drängen, nicht zu übersehen. Wem das zu viel Trubel ist, kann sich seinen Teller auch To Go einpacken lassen. Für einen Teller bezahlt man umgerechnet circa 2€.

V) Fazit

Wir haben uns sehr wohl gefühlt in Luang Prabang. Die Stadt ist toll für Backpacker, die zukünftige Reisegefährten treffen wollen, aber auch für jeden, der sich für die laotische Kultur interessiert oder einen Startpunkt für Ausflüge in eine atemberaubende Natur sucht. Es gibt hier alles, was das Herz begehrt: Traditionell laotische Kühe und französische Cafés, gemütliche Bars mit Flussblick und Idyllen absoluter Ruhe. Wir würden empfehlen, mindestens drei Tage für Luang Prabang einzuplanen.

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