Reisebericht: Vang Vieng – Irgendwo im Nirgendwo

I) Die Stadt

Vang Vieng ist eine Kleinstadt der Provinz Vientiane in Laos. Sie liegt in mitten einer schier endlosen Weite aus Karst-Formationen und Regenwald, was sie so besonders macht. Lange Zeit war sie vom Tubing-Tourismus beherrscht. Dabei werden Touristen in aufgeblasenen Autoschläuchen auf den Nam Xong Fluss gesetzt und mit reichlich Alkohol versorgt. Da dieser Trend zu dem ein oder anderen Todesfall geführt hat (betrunken lassen sich Stromschnellen nicht mehr so leicht handhaben), wurde das Tubing verboten und eine Reihe Bars am Fluss geschlossen. Außerdem ist ab 23 Uhr Sperrstunde. Seit dem geht es wesentlich ruhiger in der Stadt zu und man kann dem Partytourismus leicht entfliehen, um sich der wunderschönen Natur rund um Vang Vieng zu widmen.

II) Anfahrt

Ausgangspunkt unserer Reise durch Laos ist die Hauptstadt Vientiane. Dort sind wir aber nur eine Nacht und recht unbeeindruckt, so dass wir direkt auf Vang Vieng zu sprechen kommen. Circa 5 Stunden dauert die Fahrt mit dem Bus, die definitiv nichts für empfindliche Mägen ist (In Laos immer Reisetabletten parat haben!). Über wörtlich Stock und Stein geht es scheinbar endlos, bis – völlig unerwartet – das Städtchen Vang Vieng vor uns auftaucht.

Das gleiche funktioniert auch in die andere Richtung, nämlich nach Luang Prabang. Je nach dem, wo man seinen Laos Trip startet, bieten sich die Strecken Vientiane – Vang Vieng – Luang Prabang oder umgekehrt an. Die Fahrten dauern jeweils um die 5 Stunden, sind überdurchschnittlich kurvig und wacklig und kosten um die 10 Euro.

III) Unser Vang Vieng

Nach längerer Recherche haben wir uns für ein Hotel entschieden, um nicht in einem Partyhostel zu landen. Das Lao Haven (via booking.com) ist ein günstiges aber gemütliches Hotel mit einfachen Zimmern und Warmwasserdusche. Eine gute Entscheidung, denn der Trinktourismus ist noch an einigen Ecken gut spür- und hörbar. Wer Lust auf Gratisgetränke und Flatratepartys hat, ist rund um die berühmte Sakurabar richtig.

Wir verbringen unsere Zeit lieber auf dem Nachtmarkt, am Fluss und mit Ausflügen zu den Lagunen und Höhlen. Die Stadt lässt sich auf Grund ihrer Größe bequem zu Fuß erkunden. Am liebsten essen wir abends auf dem Markt. Man kann sich alles mögliche in roher Form aussuchen, sei es Tofu am Spieß oder Hühnerfüße, und lässt es sich dann grillen. Ein prall gefüllter Teller kostet nicht einmal einen Euro. Aber Vorsicht! Wer es nicht scharf mag, sollte vorher sagen, dass er keine Marinade will. Die ist wirklich sehr, SEHR scharf.

IV) Highlights

1. Ausflug zur Lagune 5

Es gibt mehrere Lagunen um Vang Vieng, die aufsteigend nummeriert sind. Die berühmteste, und damit vollste, ist natürlich die erste. Unsere Yoga-Lehrerin hat uns empfohlen, den etwas weiteren Weg zur Lagune 5 einzuschlagen. Wir sind mit dem Moped gefahren, was wir im Nachhinein nicht oder nur eingeschränkt empfehlen würden. Vorteil: Es ist mit 7€ pro Tag 20-30€ günstiger als einen Off-road Buggy zu mieten. Nachteil: Du musst ein WIRKLICH guter Fahrer sein und das Moped sollte – anders als unseres – für steinige Strecken geeignet sein. Stichwort: Federung. Nach 90 Minuten auf dem Bike taten uns nicht nur der Hintern, sondern auch die Wirbelsäule weh. Wer genug Budget hat, hat mit einem großen Buggy sicherlich etwas mehr Spaß.

Angekommen sind wir aber trotzdem. Und es hat sich gelohnt! Die Lagune mit milchig-türkisfarbenen Wasser erstreckt sich am Fuße eines großen Berges, in dessen Inneres man über eine Brücke gelangt. Dort unten stoßen wir etwas überraschend mit einem jungen Paar aus Amerika mit Stirnlampen zusammen, die sich von einem kleinen Jungen aus der Umgebung die Wasser-Höhle haben zeigen lassen. Wir können es ihnen leider nicht nachmachen, denn wir haben keine Lampen dabei. Daran unbedingt denken, wenn ihr Höhlen auf eigene Faust erforschen wollt!

Statt in die Höhle zu klettern, schnappen wir uns also einen alten Autoreifen und paddeln mit den Amerikanern, einer Hand voll Laotischer Jungen und den wenigen anderen Touristen, die es hierher geschafft haben, in der Lagune. Wir sind froh, dass wir den holprigen Weg auf uns genommen haben.

2. Yoga

Es gibt nur eine Yoga Class in der Stadt: http://yogainvangvieng.com. Im zweiten Stock eines hübschen Hotels ist der kühle Raum für die Yogis eingerichtet. Wer hier Kurse bucht, darf gratis den Pool des Hauses benutzen. Abgesehen davon, dass die 90 Minuten in einem klimatisierten Raum bei Außentemperaturen von 35 Grad eine echte Wohltat sind, sind die beiden Klassen, die wir hier besuchen, wirklich toll. Für einen Zweittages-Pass bezahlt ihr um die 12€.

3. Than Chang und Höhle

Nur wenigen Gehminuten vom Zentrum Vang Viengs entfernt liegt das Than Chang Gebiet. Man erreicht es, in dem man die berühmte Red Bridge überquert. Hier grünt und blüht es, man kann es sich nicht vorstellen. Entlang des Flusses spaziert man also an einem Traum aus nie gesehenen Baumarten und kunterbunten Blüten vorbei, bis zur kleinen Lagune am Fuße eines großen Berges. Gegen eine kleine Gebühr gelangt man über eine sehr steile Treppe zum Eingang der Höhle an der Bergspitze. Es ist nicht viel los und wir haben die gut ausgeleuchtete Höhle fast für uns allein.

4. Sonnenuntergang am Fluss

Am Ende des Tages ist es Rund um den Nan Xong Fluss besonders schön. Überquert man die Bambusbrücke, gelangt man auf weite Felder mit Blick auf die Berge, hinter denen die Sonne nun langsam untergeht. Sehr wahrscheinlich hat man außerdem das Glück einen, oder gleich mehrere Heißluftballons bei ihren Sunset-Fahrten beobachten zu können.

V) Fazit

Vang Vieng ist ein zauberhaftes kleines Städtchen inmitten einer unfassbar schönen Natur. Schon allein deshalb sollte man einmal hier gewesen sein. Wir haben den Eindruck, dass man nicht mehr allzu lang mit dem Besuch warten sollte, denn der Tourismus wächst stetig. Das sieht man vor allem am Bau der Bahnstrecke, die die Stadt in Zukunft mit Bangkok verbinden wird. Noch kann man es hier aber gemütlich und ruhig haben. Die kleine Stadt ist einer unserer Lieblingsorte auf der bisherigen Reise.

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