Reisebericht: Allein am Strand in Koh Phayam

I) Die Insel

Die kleine Trauminsel liegt im Andamanensee, also im Osten des Indischen Ozeans. Sie hat eine ähnliche Größe wie Koh Tao und lässt sich ebenfalls mit dem Roller locker in 20 Minuten überqueren. Wir verdanken es einer Barbekanntschaft aus Bangkok, dass wir hier gelandet sind. Koh Phayam ist noch das, was man einen Geheimtipp nennen kann und dementsprechend ist man hier zwar gut auf Touristen eingestellt, noch hält sich das Verhältnis Thai – Touristen aber noch locker die Waage. Das und die unglaublichen Strände der Insel machen die Woche hier zu unserer besten auf der bisherigen Reise.

II) Anfahrt

Auch die Anfahrt ist speziell. Egal, ob man von Bangkok kommt oder so wie wir, von einer der anderen Inseln: Kein Weg führt an Ranong vorbei. Die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im Süden von Thailand erreichen wir über mehrere Etappen in ca. 10 Stunden.

Zuerst geht es in Koh Tao auf’s Nachtboot nach Chumphon. Ja, Nachtboot. Wir sind etwas nervös, was uns erwartet und wegen des lauten Motors schlafen wir tatsächlich nicht besonders gut aber eine coole Erfahrung ist so eine Fahrt auf jeden Fall. Um 5 Uhr morgens erreichen wir Chumphon, werden dort ans Pier gesetzt und warten auf unseren Minivan, der uns in drei Stunden nach Ranong bringt. Von Ranong nehmen wir dann ein Speedboat nach Koh Phayam. Günstiger ist das Slowboat, das braucht aber mehr als doppelt so lang und uns ist die Anreise zu diesem Zeitpunkt lang genug. Ingesamt zahlen wir für die Überfahrt pro Person 1.250 Baht.

III) Unser Koh Phayam

Ach, was sollen wir sagen? Koh Phayam ist genau das, was wir gesucht haben. Es ist wunderbar ruhig hier aber nicht zu ruhig. Die anderen Gäste sind hauptsächlich europäische Alt-Hippies und junge Backpacker, die genau so wenig nach Party aussehen, wie wir. Angenehm ist auch, dass es keine Autos auf der Insel gibt. Dafür natürlich umso mehr Mopeds und genau so eins sollte man sich hier auch für 20 Baht am Tag leihen. Die Strecken sind oftmals eher abenteuerlich aber nach unserem Training in Koh Tao kann uns das nicht abschrecken. Die Wege werden gern einmal von mitten auf der Straße schlafenden Hunden oder lebensmüden Hühnern blockiert, was uns aber wesentlich lieber ist, als Baustellen oder Staus.

IV) Strände

1. Long Beach (Ao Yai)

Unser Lieblingsstrand ist der zweitgrößte der Insel und liegt im Südwesten. Hier reihen sich zwar viele Bungalows und Restaurants aneinander, allerdings nicht so weit vorn am Strand wie in Koh Tao, sondern schon fast im Dschungel „versteckt“, sodass sie das Bild vom Traumstrand nicht trüben. Im Gegenteil: Vor allem abends verleihen die liebevoll eingerichteten Bars mit ihrem Lichterketten und Lampions dem Ganzen eine wahnsinnig romantische Atmosphäre. Zum Sonnenaufgang finden sich hier eine Hand voll Jogger und Yogis zusammen und auch nachmittags sind Strand und Meer nicht annähernd in einem unangenehmen Ausmaß besucht.

Man muss wissen, dass auf Koh Phayam Ebbe und Flut herrscht, je nach Tageszeit muss man also ein bisschen laufen. Das macht aber nichts, denn auf dem Weg kann man entweder Krebsbabies beim Tunnelbau beobachten oder sich über die entstehenden Mini Wasserbecken am Strand freuen, in denen man sich wie in einer kristallklaren, warmen Badewanne fühlt.

Insgesamt hat der Long Beach alles, was ein Traumstrand braucht: Türkisfarbenes Wasser, Kokospalmen und Pudersand. Absoluter Lieblingsort!

2. Buffalo Beach (Ao Kao Kwai)

Der malerische Strand mit weißem Sand liegt im Nordwesten der Insel. Auch hier finden sich eine, unaufdringliche Restorts und vor allem die berühmte Hippie Bar (siehe unten!).

3. Monkey Bay (Ao Kwang Peeb)

Die kleine Bucht taucht mehr oder weniger direkt aus dem Dschungel auf. Man muss das Moped auf dem Weg hinunter irgendwann stehen lassen und den Rest zu Fuß gehen. Wenn man Glück hat, kann man dabei Affen beobachten, die der Bucht ihren Namen geben. Wir fahren morgens zum Yoga zur Monkey Bay, denn hier ist zum Sonnenaufgang absolut niemand – bis auf ein paar Hunde, die uns freudig begrüßen.

V) Highlights

1. Wohnen mit Meerblick

Man muss sich auf Koh Phayam schon aktiv dagegen entscheiden, am Meer zu wohnen. Es gibt unzählige Bungalows am Strand und da die Insel (zum Glück) noch nicht vom Massentourismus überschwemmt ist, findet man auch gut ein gemütliches Plätzchen.
Wir verbringen drei Nächte im PP Land Beach Resort mit Meerblick plus Hängematte auf der Veranda. Ein Träumchen. Die restlichen Tage sind wir im Nava Resort (Booking.com), weil wir gern am Long Beach wohnen wollen. Beide Resorts können wir sehr empfehlen. Aber Achtung Langschläfer: Am Longbeach wohnt in den Bäumen eine Grillenart, die tagsüber aber auch gern früh morgens einen solchen Lärm veranstaltet, dass man praktisch aus dem Bett geschmissen wird. Die Gelegenheit kann man dann ja aber nutzen, sich den Joggern anzuschließen.

Man sollte sich auch bewusst sein, dass (zumindest in unserer Preisklasse) alle Bungalows Außen-Badezimmer haben. Vor Spinnen, Fröschen und Echsen sollte man sich also besser nicht fürchten. Sonst kann einem schon mal der Spaß vergehen, wenn einem – wie mir geschehen – nachts beim Hochklappen des Toilettendeckels zwei große Froschaugen anblicken.

2. Essen im Cha-Chai Home

Wir essen praktisch nur noch dort! Das familiengeführte Restaurant bietet eine rieeesige Karte an vegetarischen, hausgemachten und natürlich super gesunden Speisen und Getränken an. Plastikstrohhalme verboten! Sowas haben wir selbst in Berlin noch nicht gesehen. Mein persönliches Highlight: der Veggi Caesar Salad! Er fehlt mir jetzt schon.

3. Die Hippie Bar

Zehn Jahre lang wurde diese Bar aus Treibholz zusammengezimmert und ist eine echte Institution auf der Insel. Im Dunkeln mit all den bunten Lichtern könnte man meinen, man befinde sich auf einer Hipster Festival-Location. Musikalisch wird sich aber eher an Bob Marley Gedächtnissongs orientiert.

4. Dschungel Trekking

Am Roller-Parkplatz der Monkey Bay geht es links einen Pfad in den Dschungel hoch – Hier kann man sich auf die Suche nach Affen, Nashornvögeln und Waranen begeben. Wenn man weit genug läuft, kommt man an den Überresten einer zerfallenen Bar vorbei. Aber bitte nicht, wie Timo, in alte Nägel treten!

5. Der Piertempel

Der Tempel selbst ist ein kleiner Raum, eher unspektakulär. Das Interessante an ihm ist, dass er auf dem Wasser gebaut ist. Die Brücke, die zu ihm führt, gibt ein tolles Bild und auf dem Land gegenüber findet sich der dazu gehörige Big Buddha, von dem aus man einen tollen Ausblick auf das Meer hat.

VI) Fazit

Ab in den Flieger und los! Die Insel wird sicher nicht auf Ewig ein so ruhiges Plätzchen sein. An der Gastronomie und den Restorts erkennt man unschwer, dass man sich auf wachsenden Tourismus einstellt. Wir lieben es sehr hier und würden gern länger bleiben. Aber man soll gehen, wenn es am schönsten ist. Also: Lā k̀xn Thailand und weiter geht’s nach Laos!

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1 Kommentar zu „Reisebericht: Allein am Strand in Koh Phayam

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