Reisebericht: Wunderschönes, volles Koh Tao

I) Die Insel

Koh Tao liegt ca. 70 km vom Festland entfernt im Golf von Thailand. Die Insel ist klein genug, dass man mit dem Moped 20 Minuten von der einen auf die andere Seite braucht. Wir haben uns für Koh Tao entschieden, weil man hier gut tauchen lernen kann und weil sie den Ruf hat, ruhiger als die Partyinseln Phuket oder Koh Samui zu sein. Das trifft auf viele Ecken der Insel auch zu, trotzdem gehört sie zu einer der beliebtesten unter Backpackern und Partytouristen – dessen muss man sich bewusst sein.

II) Anfahrt

Von Chiang Mai sind wir mit dem Flugzeug in einer Stunde nach Surat Thani geflogen. Von Bangkok fährt ein Zug, der braucht allerdings 12 Stunden. Wir sind eine Nacht in einem Motel in der Nähe des Flughafens geblieben. Wer ebenfalls auf der Reise auf die Inseln in Surat Thani strandet, ist im Inn Khun House (über Booking.com) gut aufgehoben. Das Essen ist günstig, der Transfer zum Flughafen und Bus ist umsonst und die Familie ist super nett und hilfsbereit. Wir mussten uns nicht einmal selbst um das Busticket zum Pier kümmern. Auf der Fahrt dorthin, die 2 1/2 Stunden mit dem Minivan dauert, sieht man auch recht viel von der Stadt.

Am Pier werden wir schließlich auf ein riesiges Passagierschiff geladen – unser Gepäck landet auf einem riesigen Haufen an Rucksäcken und wir verziehen uns an Deck. Ein extrem laut gestellter Actionfilm hält uns erfolgreich vom Schlafen ab und als wir in Koh Pha-ngan anlegen, um ca. 1000 neue Mitreisende aufs Boot zu lassen, ist die Stimmung schon fast am Boden.

Insgesamt sind wir ca. 5 Stunden mit dem Boot unterwegs. Die Fahrt inkl. Bustransfer kostet uns 800 Baht pro Person.

III) Unser Koh Tao

Koh Tao entschädigt uns direkt nach der Ankunft für die etwas anstrengende Überfahrt: Wir werden von einem Mitarbeiter unseres Ressorts abgeholt, obwohl wir das gar nicht angefragt hatten. Das 4P Good Time Resort (ebenfalls über Booking.com) hat Bungalows direkt am großen Sairee Beach. Obwohl wir die günstigste Version gebucht haben, ist unser Zuhause für eine Nacht wirklich schön. Wir wären gern länger geblieben, aber die Bungalows sind die nächsten Tage ausgebucht.
Wir finden ein neues Zimmer in einer etwas größeren Resort-Anlage, dem Dunsit Buncha, im Nordosten der Insel, direkt gegenüber der berühmten Zwillingsinseln. Die Zimmer und Anlage sind schön gestaltet, es gibt zwei Infinity-pools, eine Bar, ein Restaurant mit Sonnenuntergangsblick und einen eigenen Schnorchelspot. Das einzige Minus ist die laute Musik, die uns regelmäßig von unserem Balkon und dem Pool verjagt.

Ingesamt sind wir leider ein kleeeines bisschen enttäuscht von unserer ersten Insel-Erfahrung. Wir hatten uns Koh Tao ruhiger und gemütlicher vorgestellt. Allerdings haben wir uns wegen der Tauchschule auch hauptsächlich am Sairee Beach aufgehalten, der allein wegen der aneinander gereihten Bars Unmengen Touristen anlockt.

Wir würden dringend empfehlen, ein Moped zu leihen. Für 200 Baht pro Tag kann man sich das mal leisten. Wenn man dem Trubel entgehen will, kann man dann einfach die Insel auf eigene Faust erkunden und wird ganz sicher mit wunderschönen, abgelegenen Orten belohnt. Ganz allein am Strand wird man allerdings eher nicht sein. Dafür hat Koh Tao eine malerische Natur – und im Dschungel findet man sicher einen Platz, an dem man ganz allein sein kann.

IV) Die Strände

1. Sairee Beach

Der Sairee Beach ist der bekannteste Strand auf Koh Tao. Hier findet man alles: Bars, Restaurants, Tauchschulen, Massage Studios und Shops. Der Strand ist wirklich schön, weißer Pudersand, kristallklares Wasser und spektakuläre Sonnenuntergänge. An manchen Ecken ist recht viel los, so dass man sich von Musik und biertrinkenden Leuten auf Surfbrettern im Wasser nicht stören lassen sollte. Wer am Strand einen Drink nehmen möchte und vielleicht auch andere Reisende kennen lernen will, ist hier gut aufgehoben.

2. Shark Bay

Die Shark Bay ist kleiner und ruhiger als Sairee Beach. Es gibt hier nur ein Resort und KEINE Musik. Wenn man etwas weiter raus schwimmt, kann man hier toll schnorcheln. Leider wird recht viel Müll angespült.

3. Ao Hin Wong

Ein kleiner Fels-Strand, wo außer uns tatsächlich nur drei Personen anwesend waren. Das Wasser ist toll hier, glasklar und auf dem Weg hierhin hat man einen tollen Blick.

V) Highlights

1. Tauchkurs

Timo hat seinen Open Water-Schein in der deutschen Tauchschule Rainbowfishdivers gemacht. In einer kleinen Gruppe von nur vier Personen hat er fünf Tage in der Schule verbracht, in denen er sechs Tauchgänge gemacht hat und beneidenswert viel Schönes gesehen hat. Pooh, die gute Seele der Schule, findet man stets am Empfang. Sie hilft mit allem weiter, was man braucht. Sie hat unsere Weiterreise organisiert. Wer einen Tauchschein machen will und sich bei deutschsprachigen Lehrern wohler fühlt, ist hier bestens aufgehoben.

Das Abschlussvideo von Timos Gruppe findet ihr hier:

https://player.vimeo.com/external/314002697.hd.mp4?s=65271fa6004eda4344e0050caa42d541b282c140&profile_id=175&download=1

2. John-Suwan-Aussichtspunkt

Hier findet man eine entspannte Bar mit Panoramablick über die Shark Bay und den Freedom Beach. Atemberaubende Aussicht, unbedingt zum Sonnenuntergang herkommen!

3. Schnorcheln im Dunsit Buncha

Auch nicht-Gäste können kostenlos den Schnorchelspot unseres Resorts nutzen. Einfach an der Rezeption fragen. Man kann sich hier auch Schnorchel-Equipment ausleihen. Das Wasser an den Felsen ist aber so klar, dass man die vielen bunten Fische sogar ohne Brille sehen kann.

4. Unser Anti-Highlight: Koh Nang Yuan

Die Zwillingsinsel gegenüber von Koh Tao sind von hier wenige Minuten mit dem Speedboat (was mir persönlich ja schon gereicht hat) entfernt. Sie ist ein beliebtes Postkartenmotiv und fast jeder Reiseführer empfiehlt die Überfahrt. Mag sein, dass sie von 8 bis 10 Uhr morgens erträglich ist, danach definitiv nicht mehr. Massenhaft strömen die Besucher über den Pier, ihre Plasikflaschen müssen sie abgeben. Find ich gut, denke ich, doch als wir uns ein Wasser in der Glasflasche an der unorganisiertesten Strandbar der Welt kaufen, werden uns Plastikstrohhalme angeboten. Ach so. Wenn man hier herkommt, sollte man vorher gegessen haben. Wir beobachten die unfassbar langsame Essenausgabe und die entgeisterten Blicke der Touristen, wenn sie ihre Mini-Portiönchen entgegen nehmen. Der Aufstieg zum „Aussichtspunkt“ (aka zwei ungesicherte Felsblöcken in schwindelerregender Höhe) ist nicht nur wegen des ständigen Gegenverkehrs anstrengend, sondern auch gefährlich. Unbedingt feste Schuhe anhaben! Oben teilt man sich dann einen der beiden Felsen mit 20 anderen Leuten, die auch alle schnell ein Foto machen wollen. Fazit: Ganz früh morgens vielleicht machbar, aber wir würden nicht wiederkommen.

VI) Essen

Auf Koh Tao kann man essen, essen und noch mehr essen. Ich habe nach mehrtägigem Magendarm-Spaß lieber auf die Landesküche und ihre Gewürze verzichtet. Dementsprechend westlich fallen unsere Empfehlungen aus:

1. Hippo Burger: Gute Burger sind nicht leicht zu finden in Thailand.

2. Vegetabowl: Veggie Heaven!!!

3. La Pizzeria: Eine der besten Pizzen, die wir je hatten. Und das in Thailand!

4. Factory Café: Toller Ort für Frühstück oder wenn man einen ruhigen (und klimatisierten) Ort zum Arbeiten braucht.

VII) Fazit

Koh Tao besticht mit seiner wunderschönen Natur und seinen Traumstränden. Die Schönheit der Insel ist leider nicht unbemerkt geblieben und ist stark auf den Tourismus ausgerichtet. Um Leute kennen zu lernen, tauchen oder schnorcheln zu gehen, ist die Insel perfekt. Wenn man die absolute Ruhe sucht, ist man hier allerdings falsch.

Und genau deshalb geht es für uns nun weiter nach Koh Phayam! 🙂

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1 Kommentar zu „Reisebericht: Wunderschönes, volles Koh Tao

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