Reisebericht: Aus Versehen in Chang Rai

Der zweite Stop auf unserer Route ist die nördlich in Thailand gelegene Stadt Chiang Mai. – Also, eigentlich. Gebucht haben wir unser Flugticket gemütlich im Hotelbett. Vielleicht war es etwas zu gemütlich. Denn als wir zwei Stunden vor Abflug vor der Anzeigetafel stehen und vergeblich den Chiang Mai-Flug um 17 Uhr suchen, aber lediglich Chiang Rai angezeigt wird, schwant uns Böses. Ein langer, fassungsloser Blick aufs Ticket bestätigt unsere Befürchtung. Wir haben einen Flug in eine Stadt gebucht, von der wir nicht einmal wussten, dass es sie gibt. Google verrät uns glücklicherweise, dass sie nur 3 1/2 Stunden von Chiang Mai entfernt ist und zumindest einen ganz schönen Tempel haben soll. Also: Last Minute Hotelzimmer für eine Nacht und Bus für den nächsten Abend gebucht und auf nach Chiang Rai.

Chiang Rai ist besonders, das können wir sicher sagen, obwohl wir noch nicht viel vom Land gesehen haben. Der Flughafen hat genau zwei Gepäckbänder, deren Mittelfläche mit Kunstrasen und bunten Kunstblumen dekoriert ist. In einer Ecke der Empfangshalle tanzen junge Mädchen in orangefarbenen Kleidern einen traditionellen Tanz und machen Selfies mit Touristen. Dann ist es Punkt 18 Uhr. Ein denkbar ungünstiger Moment für unsere Rucksäcke, auf dem Gepäckband aufzutauchen, denn um 18 Uhr steht in Thailand alles still. Der „Thailändische Flashmob“ dauert nur einige Sekunden und wird von der Nationalhymne begleitet, die vielerorts blechern aus Lautsprechern scheppert. Die Menschen erweisen ihrem Land Respekt, indem sie die Dauer der Hymne über bewegungslos stehenbleiben. Vor allem auf großen Plätzen mit vielen Menschen ist dies zu beobachten ein echtes Spektakel.

Wir haben ein gutes Timing – Gerade ist das große Blumenfest in der Stadt. Was genau hier gefeiert wird, wissen wir auch nicht. Aber es hat mit jeder Menge Kunstrasen, ziemlich schräger Musik und dem längsten Streetfoodmarket, den wir bisher gesehen haben, zu tun. All unsere Eindrücke von diesem Abend in Worte zu fassen übersteigt meine Fähigkeiten. Deshalb haben wie fleißig Videos für euch gemacht.

Am nächsten Tag vertreiben wir uns die Zeit bis zur Busfahrt mit einem Besuch beim Wat Rong Khun, der tatsächlich gar nicht mal so unbekannt ist. Die Kunstausstellung im Stile eines buddhistischen Tempels taucht wie Fehl am Platz neben einer Schnellstraße auf und wird von hunderten Touristen belagert. Die Architektur ist beeindruckend, der weiße Stein blendet uns. Auf der Rückseite des Tempels hängen wir unser persönlich beschriebenes „Lucky Leaf“ an den Wunschbaum. Dann fahren wir zum Busbahnhof, von wo es nach Chiang Mai geht.

Die Busfahrt nach Chiang Mai dauert vier Stunden ist ziemlich abenteuerlich. Timos Sitzlehne kippt gleich zwei Mal unkontrolliert nach hinten, sodass er ungewollt auf dem Schoß einer beeindruckend unbeteiligten Thailänderin landet. Unten donnert die Toilettentür gegen die Buswand, das Schloss schließ nämlich nicht und wer mal muss, muss dies im Dunkeln und einhändig balancierend erledigen. Die Autobahn wird kurzfristig durch einen sandigen Pfad ersetzt. Es fängt irgendwann so stark an zu stinken, dass Timo mich davon überzeugen muss, dass es nur das Getriebe ist und wir nicht gleich Cobra11-esk in die Luft fliegen

Wir kommen gegen 21 Uhr in Chiang Mai an und treffen uns zum Abendessen mit einem Freund, der hier seit einiger Zeit lebt.

Am nächsten Morgen gibt es Mango Sticky Rice zum Frühstück, etwas, das wir vorher noch nie gegessen haben. Generell haben wir noch nie bunt gefärbten Reis gegessen, aber die Thais scheinen buntes Essen zu mögen.

Danach spazieren wir in die Altstadt, die wirklich schön ist. Auf der Karte bildet sie ein klar erkennbares Quadrat und bis heute stehen noch Teile der originalen Stadtmauer. Hier bekommen wir unsere erste Thaimassage. Oder wie Timo sagen würde, eine Stunde Schmerz.

Später treffen wir uns wieder mit der Freundin aus Bangkok, die inzwischen auch in Chiang Mai ist. Zusammen beschließen wir, gleich am nächsten Morgen auf eine zweitägige Tour durch ein Elefantencamp im Jungle zu gehen. Ich bin etwas nervös bei dem Gedanken, dort oben in den Bergen zu übernachten aber ich freue mich sehr. Bei der Auswahl der Organisation haben wir darauf geachtet, dass es ein ethisches Camp ist, dass die Elefanten dort nicht zu touristischen Zwecken gezüchtet werden und dass kein Reiten auf den Tieren angeboten wird. Wir entscheiden uns für Elephant Jungle Sanctuary und werden es nicht bereuen.

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